Ein Tag in der Kinderkrippe
Kleinstkinder brauchen eine flexible Tagesgestaltung. Feste Essens-, Spiel- und Schlafenszeiten gehen an den Bedürfnissen der jüngsten Krippenkinder vorbei.
Die Kinder sollen lernen, welches Bedürfnis sie gerade verspüren. Habe ich Hunger? Bin ich müde? Stört die Windel?
Sicherheit
gibt dem Kind allerdings die tägliche Routine und klare, immer wiederkehrende
Abläufe: Nach dem Essen folgt das Bäuerchen, danach geht es zum Schlafen.
Die Erfahrung vieler Krippenerzieherinnen besagt: Je länger die Kinder miteinander in der Einrichtung sind, umso mehr passen sich ihre Tagesabläufe aneinander an.
Auch ältere Krippenkinder brauchen diese immer wiederkehrenden Rituale und einen sehr strukturierten Tagesablauf, um sich wohl zu fühlen. Allerdings sind ältere Krippenkinder schon sehr gut in der Lage, sich auf feste Zeitpläne einzulassen.
Der Morgenkreis startet gegen 9.00 Uhr und wird immer auf die gleiche Art angekündigt. Vorher wird aufgeräumt und die Morgenkreiskissen werden herbeigeholt.
Aus einem kleinen, überschaubaren Repertoire an Spielen und Liedern kann, vielleicht mit Hilfe von Symbolen, ausgewählt werden (z.B. der Teddy bedeutet, das wir jetzt das Spiel "Wenn der Bär schlafen will" spielen möchten).
Nach dem Morgenkreis frühstücken wir mit den Kindern. Das Essen wird als Lernbereich mitgenutzt. Wir üben Essen. Hier fungieren wir Erzieherinnen als Vorbild. Das bedeutet, dass wir nicht nur überwachend und kontrollierend anwesend sind, sondern wir nehmen aktiv an den Mahlzeiten teil.
Nach dem Essen wickeln wir alle Kindern. Natürlich wickeln wir die Kinder bei Bedarf auch vor und nach dieser Wickelzeit. Während dieser Phase hat jedes (!) Kind seine ganz private Spiel- und Nähezeit mit der Erzieherin. Für die übrigen Kinder beginnt nun die Freispielzeit.
Wenn
es das Wetter zulässt, lassen wir den Vormittag gerne auf unserem Spielplatz
ausklingen. Im Freien bieten sich vielfältige Möglichkeiten für
Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen aller Art, die wir gerne nutzen.
Der Abschlußkreis am Mittag verläuft immer nach einem festen Ritual. Wir beenden die Freispielzeit mit einem Lied und kündigen das gemeinsame Aufräumen an. Kurzes Spiel, einfache Lieder und Geschichten sowie eine kurze Reflexion des Tages sind Inhalt des Abschlußkreises.
Die Kinder, die nur den Vormittag bei uns verbringen, werden nun abgeholt.
Die anderen bereiten gemeinsam mit der Erzieherin das Mittagessen vor. Die jüngeren Kinder, die noch nicht selbständig auf Hochstühlen sitzen können, werden auf dem Schoß der Erzieherin gefüttert. Ernährung ist für Kinder, die das erste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ein wichtiges und intensives Bindungsmoment. Diesem Bedürfnis der kleinen Krippenkinder nach einer genussvollen, Nähe bietenden Essens- oder Trinksituation, kommen wir gerne nach. Beim Verabreichen der Nahrungsmittel hält die Erzieherin ständig Blickkontakt, um sich an das Tempo des Kindes anzupassen.
Das Mittagessen wird, genau wie alle anderen Nahrungsmittel der Kinder, von den Eltern mit in die Krippe gegeben. Wir legen großen Wert auf eine gesunde Ernährung und appellieren daher dringend an die Eltern, den Kindern gesunde, nahrhafte und altersgerechte Nahrung mitzugeben.
Nach dem Mittagessen folgt die Ruhezeit bzw. der Mittagschlaf.
Während der Ruhezeit der Ganztagskinder treffen die Kinder der Nachmittagsgruppe ein. Oft is es so, dass die Nachmittagskinder die erste Freispielzeit bis zum Begrüßungskreis auf dem Spielplatz verbringen. Ansonsten gestaltet sich der Tagesablauf der Nachmittagskinder aber genauso, wie der Tagesablauf der Vormittagskinder.